Theaterfrau Charlotte Huldi: "Man muss Kindern im Theater auf Augenhöhe begegnen"

Shownotes

Was 1985 mit einer Gruppe junger Künstlerinnen und Künstlern begann, gehört inzwischen fix ins Universum des Kinder-, und Jugendtheaters: Die Bieler Theatergruppe «La Grenouille» bietet seit 40 Jahren hochstehende Unterhaltung für die Kleinen und für Teenager. Im Gespräch mit Nicoletta Cimmino redet die Mitgründerin Charlotte Huldi darüber, was ein gutes Theaterstück für Kinder ausmacht, warum es da durchaus einen Unterschied zwischen Deutsch-, und Westschweiz gibt, und warum es in ihren Augen nicht stimmt, dass Kinder und Jugendliche heute sich weniger gut konzentrieren können als vor 40 Jahren.

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00:00:00: Klartext,

00:00:01: der Aschutalk

00:00:02: mit Nicoletta Cimino.

00:00:04: Wird euch präsentiert vom Kerchestore

00:00:07: in

00:00:07: Lies.

00:00:07: Wir vom DLZ-Team beraten, verkaufen und pflegen alle Kerchergeräte.

00:00:12: Mit Kerchern

00:00:13: wird diese Hei wieder.

00:00:15: wow!

00:00:16: Mehr

00:00:16: unter dlz-lies.ch.

00:00:20: Willkommen im Klartext am Aschur-Tag auf aschur.ch, als Podcast auf allen Podcast-Plattformen und als Sendung im Radio-Ganal

00:00:29: drei.

00:00:29: Heute eine Frau, die seit vielen Jahren bei der

00:00:32: Kulturszene

00:00:33: bereichert, genauer gesagt Theaterwelt, will kommen.

00:00:36: im Klartext.

00:00:37: der künstlerischen Leiterin vom Theaterzentrum Lagre Nui Charlotte Holdi.

00:00:41: Danke

00:00:42: für die Einleitung.

00:00:44: Schön bin ich.

00:00:45: Darf ich da sein?

00:00:46: Ja, es ist eine schöne

00:00:47: Seite hier.

00:00:48: Charlotte Huldi, du immer die erste Frage.

00:00:50: Es ist immer die gleiche, die ich all meinen Gäste stelle.

00:00:52: Und zwar, deine Sendung heisst Klartext.

00:00:56: Wo findet ihr?

00:00:57: Wird es noch mehr Klartext in der Gesellschaft vertragen?

00:01:00: Wo müsste man mehr Klartext

00:01:01: reden?

00:01:03: Ui, das ist eine tolle Frage.

00:01:06: Es braucht mehr Klartext im Umgang miteinander, im Umgang einander zuzulassen, aber auch einander zu sagen, was sie fühlen oder was man vielleicht auch verändern könnte.

00:01:23: Und zwar ganz im grossen wie im ganz kleinen.

00:01:26: Gut, danke vielmals.

00:01:28: Ich möchte noch kurz vorstellen, dass du seit deiner Lehrerfamilie auf die Welt kamst.

00:01:35: Die beiden Eltern haben ja eine Gymnasie, eine Internat-Schule.

00:01:39: Du warst zum Beispiel in Arlesheim, Münchenstein, aber auch in Mengadin.

00:01:45: Nach der Schule hatte du ein bisschen Wanderjahr.

00:01:48: Aber du warst schon am künstlerischen Seite tätig.

00:01:52: an die Ecol Internationale d'Eat Jacques Lecoq, in Paris.

00:01:59: Dort machte er die Ausbildung, seitdem er zurückkommt auf die Bio.

00:02:04: Er schaffte hier, glaube ich, zwei Jahre am Topps.

00:02:07: Das hat dann noch nicht so geheissen am Stadttheaternbieler.

00:02:11: Und eben, in den Fünften der Nacht, hat er Lagrenaui gegründet.

00:02:16: Ihr habt zwei erwachsene Töchter.

00:02:18: Euer Mann gründete mit euch zusammen, der Schauspieler Artuch Bharata.

00:02:24: Er ist jetzt nicht mehr in der künstlerischen Leitung, sondern er ist noch Schauspieler bei euch.

00:02:31: Die Theatrik LaGranouille hat schon recht viele Preise gewonnen.

00:02:38: Der Förderpreis der Örtelistiftung und den Kulturbreis der Stadt

00:02:47: Pio.

00:02:48: Habe ich etwas Wichtiges vergessen?

00:02:52: Nein, nein, es ist rundum gut.

00:02:55: Am Stadtteater war ich vor Logo.

00:02:59: Das war wirklich so mein erster Theater-Engagement.

00:03:04: Bevor eigentlich der Weg.

00:03:06: Man sucht, wo es auch mit dem künstlerischen Schaffer geht, wo man mich ausbilden kann, in diesen Lehrjahren in Paris gendet hat.

00:03:16: Und danach kamen wir zurück auf die Biele.

00:03:19: Warum kamen sie wieder zurück auf die Biele?

00:03:21: Ich glaube, die zwei Jahre hier in Biele, beim Tops, damals das Stadtheater, haben mich schon sehr geprägt.

00:03:28: Das ist so eine Lebendung, die ich heute noch empfinde.

00:03:32: Es ist so eine ganz lebendige ... Zähne kann man sagen.

00:03:37: Wir haben damals gekämpft für das Volkshaus, dass das nicht abgerissen oder verkauft wurde.

00:03:44: Die Demonstrationen, auch die ganze Musik.

00:03:53: Ja, schon als zwanzig Jahre hatte ich die Freude, in Hause zu kommen und Martin Schütz kennenzulernen.

00:03:59: So wirklich wichtige Menschen, die Kunst verschieden denken.

00:04:05: Und Spilank, Arturist Australier.

00:04:09: Wir wollten von Anfang an zwei Sprachen arbeiten.

00:04:12: Es ist irgendwie, wir haben eine Stadt gesucht, die uns weiter inspiriert, die uns arbeiten will.

00:04:21: Mögliche Jean-Pierle ist wirklich die logische und ich bin so froh, dass wir immer noch ... hier wohnen und sind.

00:04:28: Das ist so eine tolle Stadt, um zu wohnen.

00:04:30: Dir hat letzte Woche zu den Jubilaum-Können gefeiert.

00:04:34: Wie war das fest?

00:04:37: Es war wunderschön.

00:04:39: Wir haben einen Dernieren gefeiert von einem Stück, der einen happigen Inhalt hat.

00:04:46: Aber vier Schauspieler, also mit Artur auch drei anderen, die seit vielen Jahren als Schauspieler mitgebreitet haben.

00:04:54: Es gab eine extrem tolle Inszenierung.

00:04:57: Und nachher gab es eine Hockband aus Musikerinnen, aus verschiedenen Produktionen und Tanzen und Essen.

00:05:06: Ein Teil, das ist so schön vom Preisgeld.

00:05:10: Ein kleinerer Teil vom Preisgeld haben wir in das Fest gesteckt, damit wir das wirklich mit ... viele Leute teilen kann, das ist eine volle Emotion.

00:05:20: Das

00:05:21: kann ich mir vorstellen.

00:05:22: Vierzehn Jahre ist eine Stolzzeit, auch vierzehn Jahre, oder?

00:05:26: Selbst Menschenleben?

00:05:27: Ja.

00:05:28: Es geht auch ungewöhnlich schnell.

00:05:30: Es ist eigentlich unglaublich, wie kurz und wie dicht auch alles ist.

00:05:36: Warum habt ihr vor vierzehn Jahren ein Kinder- und Jugendtheater gegründet?

00:05:43: Ich glaube, das hat schon mit den nachtzigerjahren zu tun.

00:05:46: Ich war drei Jahre in Stadtheaterin Institutionen und damals ist das Zeitgenössisch als eigene Sparten, als eigene Kunstform.

00:05:59: Kinder- und Jugendtheater war vielleicht in Holland, in Schweden, in Belgien.

00:06:02: Ist das so richtig stark schon?

00:06:05: Aber im deutschsprachigen Raum oder auch in der Romantie ist das noch völlig in den Kindern schon gesteckt.

00:06:11: Und auch ein bisschen wie ... Ah, am Weihnachten tut man sich noch ein bisschen in den jungen Publikum.

00:06:15: Du mingst

00:06:16: das Grimm-Märli

00:06:16: auf Führen oder so.

00:06:17: Genau, und zwar auch unsorgfältig gemacht.

00:06:20: Ich will jetzt nicht abwertend reden, aber wirklich, weil ich sonst in Institutionen miterlebt habe.

00:06:27: Und die Sparte des jungen Publikums war gerade in den Anfang.

00:06:31: Als ich in Kiel erlebte, sahen sie andere Inhalte, andere Texte, andere Autoren und andere Arbeitsweise.

00:06:40: Ich glaube, das hat mich sehr stark geprägt.

00:06:43: Und ich habe gesehen, dass es für das junge Publikum so spannend ist zu schaffen.

00:06:48: Und eine gesellschaftliche Vision von Kunst, die verschiedene ... Also nicht hierarchisch ist nicht von oben herab, sondern wirklich auf Augenhöhe.

00:07:01: Und zwar jeden auf seinen Augenhöhen.

00:07:04: Und das muss ja immer der Erwachsenen genauso interessieren wie das Kind oder den Jungen.

00:07:10: Warum heisst es eigentlich Lacanoui?

00:07:12: Der Frosch?

00:07:14: Ja, also wir haben irgendwie ... Ja, natürlich.

00:07:18: Am Anfang haben wir einen Namen gedacht.

00:07:20: Die Idee von Lagrano war von Anfang an, wir brauchten einen Heimatort.

00:07:24: Und wir wollten Reisen, wir wollten mit unserer Kunst umgehen.

00:07:29: Und der Frosch ist dann sehr schnell in den Synchro der Transformation, also vom Tier, das sich verändert.

00:07:37: Das ist etwas, das in der Schauspielkonst ist.

00:07:40: Und der Frosch braucht einen Ort, den er zurückkommt.

00:07:46: zum Leichen, also zum wieder die neuen Werkebären.

00:07:50: Und das ist für uns von Anfang an so wichtig.

00:07:53: Man braucht einen Ort, einen Proberaum, das Wichtigste dann überhaupt, später dann mal einen Aufführungsraum, also dann ein Heimat.

00:08:01: Und das hat uns sehr gefallen und von dem her haben wir uns mit dem Verbunden.

00:08:06: von Anfang an so ein Reisen unterwegs.

00:08:09: Und vielleicht das drittste noch, ja schon die Froschperspektive, also was so Französisch nicht.

00:08:15: Aber auf welchen Blick ich auf die Gesellschaft schaue.

00:08:21: Ja.

00:08:23: Ihr habt vorhin angesprochen, in anderen Ländern seien die Kinder und Jugendtheater.

00:08:28: Es gab viele andere Ansprüche, was sie sollen sein.

00:08:33: Nicht einfach das Grimm-Märchen in der Weihnachtszeit oder zum dritten Mal den Räuber-Hotzenplatz.

00:08:38: Obwohl das auch sehr spannend und lustig ist.

00:08:40: Aber eben so eine andere Art hier, wie man Kind und Jugendliche in die Kunst vom Theater anführt und das interessiert sie auch.

00:08:49: Wenn man zurückkommt und sagt, wir gründen ein Theater.

00:08:53: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:08:55: Wir gründen ein Theater und suchen einen Raum und schauen, mit wem oder wie hat er das ganz konkret gemacht?

00:09:02: Es ist etwas typisch aus der Zeit.

00:09:05: Hier wurden viele Initiativen gegründet und sehe ich heute noch Freunde aus der Schauspielschule.

00:09:14: Dann wird man so gefüllt von Input, wie und dann ... Jetzt wollen wir einfach machen.

00:09:20: Jetzt wollen wir unsere Ideen.

00:09:21: Wir wollen nicht warten, bis irgendein Stadtheater den Angebot macht, den wir schaffen können, sondern wie es selbst schaut.

00:09:27: Wie wollen wir das umsetzen?

00:09:29: Welche Geschichten wollen wir erzählen?

00:09:31: Und so weiter.

00:09:32: Und aus dem ist das entstanden.

00:09:34: Und nachher sehr schnell haben wir einen Partner, also wir waren vier am Anfang, aber von denen sind drei.

00:09:40: Der erste ist sehr schnell nach der ersten Produktion schon.

00:09:43: Wieder ging es.

00:09:44: Ja,

00:09:44: das ist halt ein Österreicher und dann auf Wien.

00:09:47: Und dann haben wir eigentlich einen Schauspieler, der nachher lang mit aufgebaut hat.

00:09:51: Wir haben über ein Casting gefunden, der ein Billing ist und der einen ganz tollen Weg als Partner damals war.

00:10:00: Und über das machen?

00:10:01: Ja, einfach machen.

00:10:03: Wie hat dir den Raum gefangen?

00:10:05: Ja, es ist

00:10:07: so.

00:10:07: Du bist

00:10:07: vielerisch, jemand hat etwas gesagt und alles gesagt.

00:10:13: In der Kurzel gibt es ein Haus, eine alte Jurafabrik und dort hat es Räume.

00:10:19: Dann schauen wir das an.

00:10:21: Das ist heute die Kulturfabrik, die unser Proberaum heute noch ist.

00:10:24: Dann waren wir dort oben zum Proben.

00:10:27: Und dann wurde diese Jahr von der Stadt gekauft.

00:10:31: Und die Atelier-Räume und unser Proberaum sind immer noch dort.

00:10:37: Das ist cool.

00:10:38: Jetzt stelle ich mich noch vor, da muss man sich erst einmal entscheiden, wer für was verantwortlich ist.

00:10:45: Und das muss, wie für alle, stimmen, ist der, wo man das sehr anstrengend vor so ein Theater gründen und dann irgendwie miteinander zu schlagen.

00:10:54: Ja, Theater ist so.

00:10:56: Viele Diskussionen, viel verhandeln und dann auch wieder im Proberaum machen, dann wieder diskutieren.

00:11:05: Dann ist vielleicht die grosse Chance auch, dass wir zusammen auf... Tournee ist, das heißt, man verbringt dann viel Zeit miteinander.

00:11:12: Wir hatten wirklich eine riesige Chance, dass wir mit unseren ersten Stöcken sehr eingeladen worden sind, auch gerade auf Tournee nach Österreich an einem Festival

00:11:21: usw.,

00:11:23: wo die Vernetzung auch sehr schnell stattfindet, wo man recht viel spielen konnte.

00:11:30: Und dann gibt es, und das glaube ich, das ist das, was bei uns ... Es gibt verschiedene Talente.

00:11:36: Ich habe am Anfang auch zum Teil gespielt, weil ich gerne.

00:11:41: Aber es ist für mich so, dass die Regime am allermeisten von Anfang an interessiert.

00:11:49: Arthur hat sich nie für die Regie interessiert und auch viele andere Schauspieler.

00:11:56: Man muss sich Menschen suchen und finden, die gut sind.

00:12:03: im Strukturen, im Verwalten, im Kommunizieren.

00:12:09: Aber es ist ja tatsächlich auch anstrengend.

00:12:11: Aber es braucht ja jemanden, der kommt und dann ist die Energie auch wieder da.

00:12:16: Mögen dir noch ein erster Stück oder einen Daufgeführte erinnern?

00:12:22: Ja, das war tatsächlich gleich noch von einem Erlisstoff.

00:12:26: Die Reise zur Schneekönigin.

00:12:30: Wir haben so mit einem Maler zusammengearbeitet und mit einem Perkussionist, der dann wirklich so abstrakte Bilder gemalt hat.

00:12:38: Und wir haben das so wie das Dritte umgesetzt.

00:12:44: Von dem an haben wir gesagt, es sei vielleicht vom Stoff her, dass es unseren Superstarter möglich ist, weil wir dann auch viel spielen können.

00:12:51: Aber vom Stoff her haben wir gesagt, wir wollen heutigere Themen und Texte oder auch selber Stücke entwickeln.

00:12:57: Es hat ja mehrere solche Ansätze gegeben.

00:13:02: Wie ist es, wenn man so eng mit dem Ehemal?

00:13:05: zusammenarbeitet mit dem Mann.

00:13:07: Wie ist das?

00:13:08: Du bist quasi Regisseurin, er ist Schauspieler.

00:13:12: Wie macht man das?

00:13:13: Dass man das nicht wieder heit dreht oder das nicht in den Übungsraum dreht?

00:13:18: Oder ist das so, dass das passiert?

00:13:23: Ich glaube, am Anfang ... Wir haben uns das gar nicht so überlegt.

00:13:26: Wir haben einfach Lust gehabt zu machen, Theater zu machen, unsere Visionen auch wie auf der Bühne zusammen zu arbeiten, also auch zwischen mit den Sprachen, mit dem Körper, mit ... mit dem visuellen, mit dem ästhetischen Ansatz.

00:13:39: Und dann hat man zu Hause.

00:13:42: Überall hatten wir auch noch keine Kinder.

00:13:46: Da hat uns das noch nicht so beschäftigt.

00:13:48: Und ich glaube, von Momenten, als wir Kinder hatten, haben wir es wirklich versucht, viel, viel besser zu trennen.

00:13:54: Es geht auch nicht immer, oder?

00:13:56: Und schauen, dass wir auf jeden Fall wenig ... Wir haben jetzt noch die Probe besprechen.

00:14:05: Ich denke, das ist uns oft gelungen, aber oft auch nicht.

00:14:09: Aber auch von daheim nicht gross in die Proberuhr.

00:14:13: Das Einzige ist natürlich, dass es zwei Kunstschaffende mit unregelstmäßigen Arbeitszeiten und Care, um sich um die Kinder zu kümmern.

00:14:20: Damals hat es am Anfang noch kein Mittagstisch, kein Bier.

00:14:24: Ja, das gibt es noch nicht so lange.

00:14:25: Ja, ich glaube, mit den Eltern ist es, glaube ich, eher ... In der zweiten Klasse hat es angefangen.

00:14:32: Das heisst schon nur das.

00:14:34: Wie organisiere Proben, wie und wer tut sich um was kümmern.

00:14:39: Das war logistisch

00:14:42: eine

00:14:42: Herausforderung.

00:14:44: Mit viel Unterstützung von vielen Menschen.

00:14:48: Und dort haben wir manchmal am Ende der Probe, wer die Kinder holen kann.

00:14:53: Ich muss noch das und das machen, dann kannst du Kinder holen, wer kocht oder wer hat noch Ahnung, du musst noch Text machen oder ihr macht noch die Szene fertig.

00:15:03: Ich kann

00:15:04: mir vorstellen, dass euch die Töchter auch viel dabei waren im Theater oder dort Zeit haben verbracht.

00:15:08: Natürlich schon als kleine.

00:15:10: Ja, vor allem die Größere, die ist heute Profimusikerin, die hat auch so eine ... Die ist ein Mensch, der gerne das Gleiche mehrmals sieht und sehr differenziert schaut.

00:15:24: Sie ist zum Teil am Mittwoch auf die Tunnel, dann haben wir eine Baby-Sitze mit auf die Tunnel gehabt.

00:15:31: Und ich sehe ... Berli, heute noch, wo wir jetzt kleine Kinder haben, die das auch so machen.

00:15:38: Dann musste ich mal einspringen, die ich eigentlich schon länger nicht mehr gespielt habe.

00:15:44: Für eine Schauspielerin hatten wir dort eine Tournee, wegen uns siebzechzen Vorstellungen.

00:15:49: Und sie hat sich den Rücken blockiert, sie konnte nicht mehr spielen.

00:15:52: Und ich dachte, die Tieren rollen.

00:15:55: Das passt zu mir.

00:15:56: Das könnte passen.

00:15:58: Dann bin ich eingesperrungen.

00:15:59: Wir hatten die vierjährige Tochter.

00:16:02: Wir hatten keinen Plan.

00:16:03: Dann war sie immer mit.

00:16:05: Sie hat dann X-Vorstellungen neben dem Techniker geguckt und von dort zugeschaut.

00:16:13: Das sind Erlebnisse, die wir heute noch

00:16:17: haben.

00:16:18: Im Moment, in dem man zwei hat, ist es noch mehr komplizierter, weil die Bedürfnisse verschieden sind.

00:16:23: Ich habe dort sehr schnell gelernt.

00:16:26: Wir müssen auch einen Fokus haben und ein bisschen anders.

00:16:29: organisieren.

00:16:34: Das ist etwas, das sehr viele Menschen, die unregelmässig arbeiten, natürlich kennen.

00:16:38: Wie machen wir es mit den Kindern?

00:16:41: Wir sind fast schon beim ersten Lied.

00:16:42: Es gibt immer wieder Blitzhahn in der Eindruck.

00:16:45: Ich sage ja, alle meine Gäste sollen einen Lied mitbringen, den ich etwas bedeute.

00:16:48: Was ich vielleicht etwas dazu sagen kann.

00:16:49: und das erste Stück, das ihr mitgebracht habt, ist von der Elina Dune, vom Elina Dune Quartett.

00:16:54: Und das Lied heisst ... Jetzt hoffe ich, ich sage es richtig.

00:16:57: Und Ritt Wascha.

00:17:00: Warum das Lied?

00:17:03: Ich bin natürlich nach der Musik aufgewachsen von meinen ganzen älteren Grosselternhausen.

00:17:11: Musik ist für mich auch in der Probe ganz wichtig.

00:17:14: Und das Lied habe ich wirklich schon viele Proben für Wormamp oder für die Vorbereitung von Improvisationen gebraucht.

00:17:20: Und es ist einfach sensationell toll, auch mit dem Golanwallon.

00:17:24: damals noch in dem Quartett, wie das komponiert, wie das gesungen ist.

00:17:29: Und Alban ist auch die Sprache, die ich nicht verstanden und die mir aber etwas erzählt.

00:17:40: Warscha, oh, ni et plebit.

00:17:43: Offa mann am mann bil bil a token doin.

00:18:16: Offa mann am mann bil

00:18:18: bil a token doin.

00:18:19: T'e vosh konnose, reti cittetit.

00:18:27: Offa mann am mann bil bil a token doin.

00:20:50: Willkommen zurück im Klartext heute mit Charlotte.

00:20:54: Hüldi, sie ist die künstlerische Leiterin des Theaterzentrums Läkönui.

00:20:59: Charlotte, Hüldi, was macht ein gutes Theaterstück für Kinder aus?

00:21:04: Was braucht es, damit es gut ist?

00:21:08: Es muss eine Topqualität von schauspielerischem Ausdruck der Tiefen, der Feinheit.

00:21:18: Es muss einen Inhalt haben, also eine Geschichte.

00:21:22: Das kann eine Geschichte in Anführung sagen.

00:21:24: Es kann ja auch eine assoziative Geschichte sein, die Kinder etwas erzählt oder Jugendlichen, aber auch viele Ebenen hat für den Erwachsenen, die zuschauen.

00:21:37: Es muss unbedingt verschiedene Menschen mit verschiedenen Hintergründen auch, die ich anheben kann, die ich mich darauf einlassen kann.

00:21:49: Wenn es mich als Erwachsene nicht herausfordert, sage ich jetzt, dann fällt mir etwas.

00:21:57: Ich will nie ein Stück, das ich auf die Seite schaue, sagen, ja, ja, das hat jetzt mein Kind etwas erzählt, aber mir nicht.

00:22:04: Also das

00:22:04: ist wichtig, dass es allen Altersstufen etwas erzählt?

00:22:09: Ja, natürlich.

00:22:10: Sie sind jugendliche oder zehnjährige Kinder sind anders.

00:22:14: Aber für uns ist es wichtig, dass ... Und das haben uns auch viele aus dem Publikum immer gesagt.

00:22:19: Es gibt keinen Unterschied, wenn ich als Erwachsener alleine gehe.

00:22:25: Für mich als Anspruch muss es mir auch etwas geben.

00:22:29: Vor Kunstform, Musik, Anspruch, Geschichte, etc.

00:22:34: Und die verschiedenen Tieren sind auch die Herausforderung und die Schöne daran.

00:22:39: Funktioniert Ironie für Kinder?

00:22:43: Nein.

00:22:44: Nein, das finde ich ganz wichtig.

00:22:45: Ich darf nicht sarkastisch sein, darf nicht ironisch sein und das Ernst nehmen ist etwas vom Zentralsten.

00:22:54: Es gibt ja schon in der Kunst sehr viel Ironie und im Theater sehr viel Ironie.

00:22:58: Das ist wie ein Element, das man wie muss draussen lassen.

00:23:02: Es kann funktionieren für Jugendliche.

00:23:03: Wenn ich vierzehn bin, dann habe ich natürlich wie ein anderer Elektriker.

00:23:07: Aber wenn es jünger ist, ist das wie ein Nullgau.

00:23:13: Wenn ich auch Stöcke schaue, die sich mit dem Mittel bedienen, dann ... Das macht es mich fast ein bisschen verrückt, weil ich finde, das ist wirklich gerade ... Ich kann es Erwachsenen brauchen, oder so.

00:23:24: Aber ich mache es ein wenig über die Köpfe der Kinder hinweg, weil es geht ... Nein, das geht nicht.

00:23:31: Was sich ihnen für ein Publikum?

00:23:35: Wunderbar.

00:23:36: Es ist ein Publikum, der hier ist, die etwas einfordert, das reagiert.

00:23:40: Und der auch noch keinen Filter hat, der, ah, jetzt muss ich im Brav sein.

00:23:44: Ich weiss nicht, also der, der auch mal reagiert.

00:23:47: Oder auch mal, ah, jetzt hat es sich etwas länger, wenn du nicht mehr so bewegen musst.

00:23:52: Jugendliche sind auch sehr fordernd, die könnten auch so hören.

00:23:56: Du, hier auf der Bühne, mach mal etwas.

00:24:00: Und dann wissen wir heute, die müssen wir einfach reinholen.

00:24:05: Aber ich darf nicht denken, jetzt muss ich einfach mit billigen Sachen ... Also es muss einfach die Spannung und die ... Dass wir sie über etwas echt holen und dranbleiben.

00:24:19: Aber es ist wunderbar, diese Lebendigkeit.

00:24:22: Und wie arbeiten wir denn das?

00:24:24: Ich stelle mir das zum Beispiel auch schwierig vor, wenn man Kinderbücher schreibt.

00:24:28: Wie arbeiten wir das als Erwachsenen, die seine Lebenserfahrung hat, seine Gute, seine schlechte, vielleicht eine Teilbitterkeit, Hoffnungslosigkeit oder vielleicht auch nicht.

00:24:37: Aber wie arbeiten wir denn diese Perspektive zu haben, dass man eben wie in das Kind sich versetzt oder in eine Jugendliche und was das Kind oder der Jugendliche interessiert oder packt?

00:24:53: Eines ist die Gespräche mit Kindern oder Jugendlichen.

00:24:57: Ich hatte zum Beispiel für den Thema Jugendlichen die grosse Chance und das grosse Glück, dass ich seit dreißig Jahren die Theatergruppe vom Gimmer hatte.

00:25:06: Also eigentlich mit Jugendlichen permanent im Gespräch war, auch viel mit ... Kinderfamilien, ihnen zuzulassen, auch nach Beschulklassen.

00:25:18: Das ist vielleicht eine Komponente.

00:25:21: Sondern ist in sich selber, also auch gut erinnern.

00:25:28: Die Verschiedenheit.

00:25:29: Ja.

00:25:31: Und nicht sagen, du musst jetzt so und so, sondern ... Und dann gibt es ja die grossen, grossen Lebensthemen.

00:25:38: Und dann das eben runterbrechen, dass man als ... Ich erinnere mich als Primarschule, ich weiss nicht, die erste, zweite Klasse, oder sogar im Kindergarten, die erste Klasse.

00:25:51: Ich war so verliebt in irgendeinem Nachbarn, und dann hat das so gelacht und ha, ha, ha, ich bin doch ... Also, ich bin quasi ... Das Gefühl von verlassen werden, dass da nichts zurückkommt, auch wenn ich das hier habe, existierte.

00:26:08: Ich konnte es noch nicht benennen, analysieren, aber die Emotion war hier.

00:26:12: Oder die Fantasie, dass die Realität nicht trennt.

00:26:17: Fantasie, ein Luther-Element.

00:26:22: Habe ich hier geholfen, dass ihr zwei Kinder habt?

00:26:24: Dass ihr bei euren Töchtern immer gesagt habt, was ihr im Magen wachsen beschäftigt?

00:26:33: Nein, Kinder und ihre Freundinnen.

00:26:36: Wir hatten auch noch ein Tageskind am Mittwoch.

00:26:41: Das ist sicher ja klar.

00:26:43: Ich bin jemand, der sehr viel liest von allen.

00:26:48: Gute Kinder- und Jugendliteraturen, aber auch tolle Bücher, gute Geschichten und sowieso für Erwachsene.

00:26:58: Ich glaube, all diese Elemente führen dazu.

00:27:01: Und dann ist ja die grosse Arbeit das Verdicht der Vereinfachen, wie es abbrechen

00:27:08: ist.

00:27:09: Wie wichtig war die Theater, in der ihr selbst Kind seid?

00:27:11: Hat das eine Rolle gespielt?

00:27:12: Kunst bei euch im Melterhaus?

00:27:16: Ich hatte es selten aus, mit viel Musik.

00:27:19: Mein Bruder hat gesungen, die Liga gespielt, mein Vater hat Klavier gespielt.

00:27:23: Seit ich fünf bin ich Klavier gespielt, meine Grossmutterin war Musikerin.

00:27:28: Vor allem Musik.

00:27:31: Weil der Vater Germanist war, war es sicher zwar präsent.

00:27:39: Und ... So viel haben sie uns nicht ins Theater genommen.

00:27:43: Aber ich kann mich erinnern, dass mein Vater mich ganz früher mal in das Stadteater Basel genommen hat.

00:27:48: Damals noch das Alten.

00:27:50: Und ein Brechtmahagon war ich dort.

00:27:52: Es war wirklich Singen und Text und alles.

00:27:55: Und die Welt hat mich drin gezogen.

00:27:57: Das hat mich wahnsinnig gedüngt.

00:27:59: Aber wir waren vier Kinder.

00:28:01: Und ... Das war auch ein Kostenfaktor, vielleicht schon damals.

00:28:06: Ja, das war auch in der Kultur immer

00:28:09: noch so.

00:28:10: Im Gimmizid hatte es das Gimmiavoghaar.

00:28:14: Man konnte für vier Franken permanent stöckeln.

00:28:19: Und ich habe das mit ein paar Freunden andurch stöckeln.

00:28:24: Was hatte ihr für eine Kindheit?

00:28:28: Ja, wir hatten sehr viel Freiheit.

00:28:30: Wir sind gerade am Wald aufgewachsen.

00:28:33: Wir haben sehr viel Zeit im Wald und in der Natur verbracht.

00:28:36: Wir hatten Burgen und Höhlinge.

00:28:39: Wir haben dort noch das Geschichte erfunden, was wir alle sind und auf wie viel.

00:28:45: Und ich stelle heute so einen Respekt für meine Mutter, dass sie einfach etwas mehr machen konnte.

00:28:52: Dann waren wir hier für den halben Tag weg und wieder zurück.

00:28:58: Abenteuerinnen und Forscherinnen.

00:29:02: Also sehr viel Freie, in dieser Räume zu haben, die nicht in Erwachsenen dabei ist.

00:29:07: Ja, viele Bücher und für mich ist das Klavier sicher die ganze Kindheit und Jugend sehr wichtig.

00:29:14: Jetzt sind wir hier in Biel ja quasi an der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch.

00:29:21: Gibt es eigentlich in der Art, wie man Kinder- und Jugendtheater macht?

00:29:27: Also gibt es eine deutsche Schweizer Prägung oder eine deutsche Prägung und eine französische Prägung?

00:29:33: Ja, das finde ich, das gibt es.

00:29:36: Die französische Prägung ist vielleicht ... hat mehr ... Ohne jetzt, dass es wertig ist, hat mehr manchmal so eine Bühnenbildgrosse, eine Städtik viel mehr leicht.

00:29:49: Interessant.

00:29:51: Weil einfach in der Romantie viel mehr Räume hat, die auch technisch ausgerüstet sind, die die Mittel haben.

00:29:58: Das heisst, ich produziere auch im Verhältnis zu dem, was ich dann umsetzen kann.

00:30:04: Und die Deutsch-Schweizer Prägung ist mehr von Deutschland dann auch, also auch von dem ... Zeitgenössisch, vielleicht auch ein bisschen früher, war die Szene schon modern, hat eigene Produktionen.

00:30:17: Vorstatttheater ist der Vorreiter.

00:30:19: Von

00:30:20: wo ist das?

00:30:21: Von Basel.

00:30:22: Damals

00:30:25: war es noch merkwürdig.

00:30:27: Die sind heute alle nicht mehr aktiv, aber es hat ganz viele Neue und Junge.

00:30:32: Und von

00:30:33: den Themen her?

00:30:34: Ist es anders?

00:30:35: Zum Beispiel im Film ist mir aufgefallen, dass zum Teil der Französischen ... In den zeichneten Filmen werden sehr schwere Themen aufgenommen, wie Tod oder Krankheit.

00:30:47: Bei den Deutschsprachungen ist das weniger der Fall.

00:30:50: Ist das auch im Theater?

00:30:51: Heute

00:30:52: nicht mehr.

00:30:54: Früher hatte ich eher umgekehrt die Eindruck, dass die Deutschen sind mutiger von den Themen und die Roma noch etwas vorsichtiger.

00:31:01: Aber heute ist es, glaube ich, auf allen Ebenen.

00:31:03: Es hat ja in der Romantie und in den Deutschen Häusern oder den Ensembles ... Und ich glaube, die Professionalität ist sehr hoch.

00:31:14: Vielleicht in der Romantie tun die Künstler mehr zwischen Kinder- und Jugendtheater und Erwachsene-Theater hin und her, weil die Systeme etwas anders ist.

00:31:22: Es gibt ja auch nicht das Stadttheatersystem.

00:31:25: Und in Deutschland hat es mehr wirklich die Spezialisten, die explizit junges Publikum machen und nichts anderes.

00:31:32: Gibt

00:31:33: es auch Themen, die sich nicht eignen?

00:31:38: Nein.

00:31:39: Ich denke, alles eignet sich und es ist dann halt, wie wird es verzählt.

00:31:46: Und welches sind die visuellen oder emotionalen Mittel, um es zu erzählen?

00:31:52: Ja.

00:31:53: Aber ich kann von einer Liebe, die verbreicht und ein Liebeskummer erzählen, die ... Ich kann von Ungerechtigkeit erzählen.

00:32:06: Was heisst das eigentlich?

00:32:07: Zivilgourage?

00:32:08: Ja, auch vom Tod.

00:32:11: Nein, unbedingt.

00:32:12: Man muss unbedingt über alles reden können.

00:32:16: Theater ist auch immer ein Sagenbott.

00:32:18: Wenn ein Gespräch ein Sagenbott, eine Einladung, etwas zu sehen.

00:32:21: Und was macht das mit mir?

00:32:23: Ja,

00:32:24: ich habe schon zum zweiten Lied.

00:32:26: Chick Korea, Children's Song No.

00:32:29: Six.

00:32:29: Warum?

00:32:31: Erstens wegen dem Klavier.

00:32:32: Das ist meine hauptmusikalische Heimat.

00:32:39: Ich finde, die Schilderinnen und Schilderinnen und

00:33:05: Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen und Schilderinnen.

00:35:12: Wir kommen zurück im Klartext.

00:35:13: Heute mit Charlotte Houldi.

00:35:15: Sie ist die künstlerische Leiterin vom Theaterzentrum Lagrenui.

00:35:20: Charlotte Houldi, nünzefüfe nachtzig, ist Lagrenui gegründet worden.

00:35:24: Das war eine ziemlich andere Zeit.

00:35:25: Da gab es noch kein Internet, kein YouTube, keine sozialen Medien, keine Handys.

00:35:31: Wie war sie denn im Vergleich zu heute?

00:35:37: Ehrlich gesagt kann ich mich nicht so wahnsinnig erinnern, aber wir haben eigentlich das Gefühl, so im Großen und Ganzen sind es nicht anders.

00:35:47: Also wir haben ja, das ist die Geschichte vom Onkelchen, die wir jetzt seit die Zweiundzwanzig wieder aufgenommen haben, um mit einer neuen Besetzung zu spielen, damals gespielt.

00:35:59: Und ich habe das Gefühl, Im Großen und Ganzen schauen sie gleich zu.

00:36:03: Es gab damals schon Kinder, die vielleicht etwas kribbeliger waren, Lehrer, oder Erwachsene, die dabei bleiben.

00:36:14: Wenn wir es schaffen, dass sie innen gesogen werden und berührt und geistig und emotional sind, dann sind sie einfach dinnen und können dabei bleiben.

00:36:29: Insofern, finde ich, diese Sprechkinderhüge können sich weniger konzentrieren.

00:36:36: Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass es stimmt, aber wir erleben immer auch das Gegenteil.

00:36:41: Ich

00:36:41: habe mich einfach gefragt.

00:36:43: Es wurde alles so visuell, viel mehr.

00:36:48: Und sie gewöhnte sich diese fünfzehn Sekunden-Klips.

00:36:51: Schon sehr klein ist man auf dem Bildschirm.

00:36:54: Das ist nicht nur schlecht.

00:36:56: Aber gleich habe ich mich gefragt, ob die Fantasie eventuell auch weniger angeregt wird, weil man so viel wie schon serviert überkommt.

00:37:06: Ja, aber das Dunkelmisch war früher auch schon so.

00:37:11: Du hast immer Leute, die ... im Publikum sind, wo Geschichten erzählt werden, Bücher, alles und andere nicht.

00:37:20: Es gibt ein Alter, der etwas realistischer sein muss, wo sie sagen, wieso ist der Hund nicht auf den Bein gelaufen?

00:37:29: Aber wenn wir heute Taxi haben oder so, dann kommen wir über die Zeichnungen von den Kindern.

00:37:35: Und wir sehen die Explosionen von Bildern und

00:37:39: von

00:37:39: allen Kindern, von ganz verschiedenen Kindern, dann haben wir das geschafft.

00:37:44: Aber dann sieht man auch, es ist immer das.

00:37:46: Aber ich muss mich trauen.

00:37:51: Oft sagen wir das natürlich auch.

00:37:54: entweder wie ... Das lernt die Person, wenn sie es vorstellt, oder wenn wir so ein Anfangswart machen und sagen, jetzt ist die Fantasie im Runde.

00:38:06: Löhnt quasi das zu.

00:38:07: Löhnt

00:38:07: sie im Sack?

00:38:08: Ja, das sowieso.

00:38:13: Wenn ich etwas nicht verstehe, ist es auch ein Ort, in dem ich nicht immer alles erklärt bekommen muss.

00:38:18: Sondern ich muss auch Assoziationen oder Verknöpfungen, vielleicht weiss ich nicht, sofort die Geschichte angeht.

00:38:26: Man muss das kurz aushalten.

00:38:31: Und ja, mit der Kunst arbeitet man daran.

00:38:38: Wir haben ... Ein Stück gemacht, das ist jetzt ein paar Jahre her, siebenzehnt, das haben wir bis zu zweit zwanzig, haben wir das ganz viel mal gespielt.

00:38:47: Das heißt, die wahre Geschichte von Regen und Sturm, das ist ein Buch, sprachlich recht anspruchsvoll, wo man Deutsch oder Französisch ist und wir haben wirklich die Geschichte, wie man die erzählt hat, es ging nicht innerhalb von einer Stunde.

00:39:02: Das Stück ging dann eine Stunde zwanzig, wir haben das ab achtig gespielt, also bei Schulklassen, dritte bis sechste.

00:39:09: Und am Anfang haben alle gesagt, kein Kind kann so lange sich konzentrieren.

00:39:14: Und ich denke auf die fast hundert Vorstellungen, die wir gespielt haben.

00:39:17: Es gab vielleicht zwei oder drei Vorstellungen, die Kinder unruhigten.

00:39:22: Warum?

00:39:23: Weil die Geschichte, in dem Moment, in der sie die Spannung, die sie interessiert, wie es weitergeht, wie es ausgeht.

00:39:31: Sie haben antagt mit den Figuren und können eine Stunde und zwanzig.

00:39:37: Das heißt, man kann nicht einfach kategorisieren und sagen, Kinder sind heute so, die Jugendlichen sind heute so.

00:39:45: Aber Jugendliche, ohne die Stunde im Theaterhoc, das ist für sie eine grössere Herausforderung.

00:39:56: Aber das heisst eigentlich auch, wenn Kinder eine Stunde, zwanzig zu schauen können, dass man die Kinder vielleicht etwas fordern muss.

00:40:04: Dass man das auch einfach so probieren soll.

00:40:06: Und nicht von Anfang an, wie schon die Waffenstrecke sagen gehen.

00:40:10: Unbedingt.

00:40:11: Ich finde, die Schere im Kopf ist etwas von gefährlichsten für das Kunststoff für die Jungs-Publikum.

00:40:17: Jetzt haben wir viele der Kinder oder Jugendlichen gerebt.

00:40:19: Wir würden interessieren, wie sich die Eltern verändert haben.

00:40:22: In meinen nünzefünfeinachtigsten Jahren kamen die Eltern mit ihren Kindern auch eure Vorstellungen.

00:40:26: Das kommen sie heute auch.

00:40:28: Haben die Eltern allgemein gültig, ewig immer die gleichen Sorgen mit den Kindern oder den gleichen Verhalt?

00:40:35: oder merken die donnen Veränderungen?

00:40:38: Was wir merken, ist, es kommen viel mehr Väter allein mit den Kindern.

00:40:44: Das ist super toll.

00:40:46: Es kommen viel mehr so Freundesgruppen, die man nicht genau sieht, wer ist jetzt älteren, wer ist Freund, wer ist Bezugsperson.

00:40:54: Und wo es einfach so eine Gruppe ist.

00:40:58: Mega toll.

00:40:59: Wir haben natürlich jetzt auch Grosseltern, die selber ... Ja, das ist extrem schön.

00:41:05: Ähm ... zu schauen, vielleicht eine grössere Selbstverständlichkeit miteinander, miteinander anzuhocken, miteinander das Anschauen, zusammen noch etwas vervielen, darüber reden.

00:41:19: Wir haben ja jetzt auch die schöne Bar, die so Bücher recken hat.

00:41:24: Ja,

00:41:24: das hat sich ein bisschen vom Gespür in Herr Schoff verändert.

00:41:28: Wie kompliziert macht es eigentlich, dass es mir zwei Sprachen waren?

00:41:32: Hätten sonst noch Situationen gegeben, bei denen ich angefangen habe?

00:41:36: Das wäre jetzt alles einfacher, wenn ich es nur auf Deutsch oder nur auf Französisch überlegen müsste, wie ich das Theater führe.

00:41:44: Ja, im Alltag natürlich.

00:41:46: Es ist alles mal, sagen wir, alle Kommunikation und alles mal auf Deutsch, wenn ich es schreibe, wenn ich es schreibe, dann bin ich natürlich auf Deutsch.

00:41:53: Und dann hast du es alles gemacht und dann so, uff, du bist noch alles auf Französisch.

00:42:01: Aber im Künstler ist es ... eigentlich die tollste Herausforderung.

00:42:05: Also immer gesehen, wie das jetzt genau was sind wird.

00:42:08: Also das Übersetzen suchen, im wittesten Sinn Lösungen suchen, das ist einfach ungeheuergeholt.

00:42:18: Also sich selber auch die Einschränkungen verlegen.

00:42:23: Ist richtig toll.

00:42:25: Und dann gibt es natürlich Tausend Variationen.

00:42:29: Und das nicht verstehen zu lassen, eben auch über die Sprache.

00:42:33: Es ist für mich etwas sehr Spannendes.

00:42:36: Ich reise und bin in Portugal.

00:42:40: Ich verstehe diese Leute nicht.

00:42:42: Ich muss sofort meine Antenne auf etwas anderes tun.

00:42:48: Ich bin eine Zulasserin, die nicht auf den Wort.

00:42:53: Das ist etwas, was wir nutzen.

00:42:55: Das finde ich gesellschaftlich wichtig und toll.

00:43:00: Ähm ... Stabil ... Ist das für euch, oder sage ich mal, die Kulturszene in der Stadtbühne?

00:43:08: Ist das etwas, das für euch fruchtbar ist?

00:43:12: Oder muss man sich hier wie um die Ressourcen streiten?

00:43:17: Dass jeder quasi auch zu diesen Finanzen kommt, die es eigentlich braucht?

00:43:25: Ich wünsche mir sicher, dass ich streiten will.

00:43:29: Nein.

00:43:30: Du musst deine Visionen und deine Arbeit verteidigen und auch deine Arbeitsbedingungen.

00:43:40: Jede künstlerische Arbeit ist das Wichtigste, dass du gut argumentieren kannst, was und wie und warum.

00:43:49: Und sonst vom ganzen Tissue, der ganzen Nährboden, das ist unglaublich, also auch die Entwicklung der letzten Jahre.

00:44:00: Mit dem Hause und dem Dino angefangen.

00:44:04: Die riechige Musikszenen, die Biel hat, ist natürlich toll.

00:44:12: Ich habe mit Jonas' Kocher mehrere Produktionen gemacht.

00:44:15: Bert von Warb hat Musikreaktionen gemacht.

00:44:19: Früher war Markus gefällt.

00:44:21: Es ist einfach toll, wie ... Wie viele tolle Künstlerinnen und Künstler, die lebendig sind und so ... Zeitgenöss ist auch nicht, dass man keine Angst haben muss.

00:44:43: Es ist einfach heutiger.

00:44:44: Es ist mit unserem heutigen sein.

00:44:46: Ja.

00:44:47: Hättet ihr manchmal auch Mühe zu denken, jetzt bin ich irgendwie ... ... sechs zu sechs, jetzt kommen hier so ganz viele Junge nach.

00:44:54: Wo ist noch mein Platz?

00:44:57: Nein.

00:44:58: Nein, ich denke ... Die Generationen-Wechsel ist ein grosses Thema in der Bielerkultur-Szene bei uns, aber auch in Gesessen anderen.

00:45:09: Oder eben die fünften nachtziger Generationen.

00:45:13: Die, die sie auf die Welt kamen, die ihr jetzt Theater gründet.

00:45:16: Ja, ja.

00:45:16: Oder eben damals, als so viel gegründet wurde.

00:45:22: Das finde ich auch wichtig, dass man dort ... In der Schwäbe bleibt, dass man auch einen jungen Vertrauen in Arbeitsmöglichkeiten gibt.

00:45:32: Das ist ganz wichtig.

00:45:33: Also dir hat ja sehr viel jungen Künstlerinnen und Künstler die Startmöglichkeit gegeben.

00:45:38: Absolut, ich finde das auch ganz wichtig.

00:45:40: Und dann auch wieder Leute, die regelmässig begleiten und weiter.

00:45:44: Also dort ist mein Dramaturgeherz auch.

00:45:48: Dass das Leute auch Künstler ist und Dramaturgeherz ist.

00:45:55: Begleitet sind und aber bei uns können machen, das finde ich enorm wichtig.

00:46:00: Und das ist eine grosse Chance.

00:46:01: Ja, also ab Pensionierung denkt er noch nicht.

00:46:04: Charlotte Holdi.

00:46:05: Doch natürlich kann sich das auch, ehrlich gesagt, vor anderthalb Jahren noch rechnen lassen.

00:46:12: Das macht mir das junge Kunstschaffende zu wenig frühen und zu wenig gut.

00:46:17: Und das hat mir dann so ein paar lärliche Erfahrungen, aber das ... Ja, die Theaterbetrieb ist das natürlich auch ein längerer Prozess, auch das aufzuleisen.

00:46:30: Das sind wir dran, aber es war wirklich auch ein Augenöffner, wenn ich sagen würde, in einem Monat habe ich da auf, was das finanziell konkret bedeutet.

00:46:42: Das ist die Realität vielleicht von vielen Jobs, aber von Kultur.

00:46:49: Ist ziemlich prekär zum

00:46:50: Teil.

00:46:51: Kann man sagen, ja.

00:46:52: Was ist euer nächster Projekt?

00:46:57: Wir machen im Herbst ein Stück.

00:47:00: Das sind zwei Junge, die das machen.

00:47:03: Also nächster Herbst.

00:47:05: Ja, wir sind jetzt schon viel am Planen.

00:47:07: Jetzt haben wir die ganze Saison auf.

00:47:10: Diese Woche noch die Geschichte des Onkels, die es spielt.

00:47:13: Dann ist der Abschluss des Festivals.

00:47:16: Gastspielen, die kommen.

00:47:18: Wir haben das Tanztheater aus Schweden, die kommt im Januar.

00:47:22: Nächsten Herbst machen wir ein Stück, das gerade wieder eines dieser Themen hat.

00:47:27: Es geht um die letzten und Dinge des Lebens aus der Perspektive eines Kindes, die erzählt werden.

00:47:39: Das ist ein extrem tolles Theatertext, das wir uns jetzt vornehmen.

00:47:43: Freue ich mich.

00:47:44: Wir kommen zur letzten Lied der Red Hot Chili Peppers Road Tripping.

00:47:50: Ja, das Stück ist auch so aus einer Probezeit.

00:47:56: Jonas Koch redete an das Musik.

00:47:58: Und wir haben so wie für eine Szene einen Geruf gesucht.

00:48:03: Das war auch auf der Sturm.

00:48:04: Sie haben lange auf dem Improvisiert und es ist schön, dass ich sie schaue und sie hat gesehen.

00:48:10: Und ich kann diese Songs immer noch sehr gerne.

00:48:12: Es ist natürlich aus meiner Zeit so.

00:48:15: Die Gitarren und alles.

00:48:16: Und wir haben eben wirklich viel in der Probe nachher beim Warm-Up gebraucht.

00:48:21: Merci vielmals für das Gespräch, Charlotte Huldi.

00:48:24: Danke für die Einladung.

00:48:46: It's time to leave this town, it's time to steal away.

00:48:50: Let's go get lost anywhere in the USA.

00:48:55: Let's go get lost, let's go get lost.

00:49:00: Yes, it's a pretty west of the one.

00:49:04: Spark or light with yellow, I sing just a mirror for the sun.

00:49:25: Just a mirror for the

00:49:46: sun.

00:49:54: Just a mirror for the sun.

00:51:50: Klartext.

00:51:51: Der Raschul-Talk.

00:51:52: Jede Zeit

00:51:53: zum Nachlosen auf ashore.ch und auf allen gängigen Podcasts.

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