Trauerbegleiterin Fernanda Vitello "Trauer ist keine Krankheit, die geheilt werden muss"

Shownotes

Seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat man in der Schweiz viel über kollektive Trauer gesprochen. Doch im Gespräch mit Nicoletta Cimmino gibt die Bieler Trauerbegleiterin Fernanda Vitello zu bedenken: „Jeder Mensch trauert einzigartig, es gibt keine allgemein gültigen Regeln.“

Vitello leitet in Biel und im Seeland Trauergruppen, gestaltet Abschiedsrituale und hört einfach zu, wenn Menschen nicht wissen, wohin mit ihren Gefühlen. „Leider werden Trauernde in unserer Gesellschaft oft gedrängt, doch endlich wieder einmal fröhlich zu sein“, sagt die gebürtige Sizilianerin. Doch beim Trauern gebe es kein Richtig oder Falsch. Ein Gespräch über Leben und Tod – und alles dazwischen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Klar

00:00:00: Text.

00:00:01: Der Aschutalk mit Nicoletta Cimino.

00:00:04: Wird euch präsentiert vom

00:00:05: Kerchestore in

00:00:07: Lys.

00:00:07: Wir vom DLC-Team beraten, verkaufen und pflegen alle Kerchengräte.

00:00:12: Mit Kerchern wird diese

00:00:14: Hei wieder.

00:00:15: wow!

00:00:16: Mehr unter dlc-lys.ch.

00:00:19: Willkommen zu diesem ersten Klartext im neuen Jahr.

00:00:22: Ein Jahr, in dem die Traurung angefangen hat mit der Brandkatastrophe von Kommonsana, die in der ersten Stunde des neuen Jahres vierzig junge Menschen das Leben gekostet hat.

00:00:34: Viel wurde in den letzten zwei Wochen über kollektive Traur geredet.

00:00:40: Darum habe ich gedacht, es sei vielleicht gut, wenn ich das Klartext jahre.

00:00:44: mit dem Thema Anfang, mit einer Frau, die sich sehr gut auskennt, mit dem Thema Trauer.

00:00:49: Willkommen im Klartext Fernanda Vitello.

00:00:52: Danke vielmals für die Einladung.

00:00:54: Danke.

00:00:55: Sehr gerne.

00:00:55: Schön seid ihr hier.

00:00:57: Fernanda Vitello, ihr seid Traurexpertin.

00:01:00: Wir werden gerade noch ... mehr herausfinden, was das bedeutet.

00:01:03: Ich möchte aber auch noch näher vorstellen.

00:01:06: Jetzt herrscht aber ganz am Anfang die Sendung immer gleich an, die ist ja Klartext.

00:01:11: Wo findet ihr, müsst ihr mehr Klartext

00:01:14: reden?

00:01:16: Ja, gerade zum Thema Tod.

00:01:19: Abschied nehmen, trauren.

00:01:23: Ist es wichtig, dass wir in der Gesellschaft über das Thema reden, dass das nicht tabu bleibt?

00:01:28: Im Moment ist es so, dass es ein sehr grosses Thema ist, aber die Frage ist, wie wird es in einem halben Jahr, in einem Jahr sein?

00:01:35: Und es zählt immer bei jedem Traurfall.

00:01:38: Wie lange darf man und will man darüber reden?

00:01:42: Und wie lange traurt man überhaupt?

00:01:45: Das ist

00:01:46: auch eine

00:01:48: wichtige Frage.

00:01:49: Ich möchte mich kurz vorstellen.

00:01:52: Sie kamen in den Biaofen der Welt, ein Kind des zilianischen Eltern.

00:01:57: Sie besuchte die Schule, studierte Psychologie mit der Nebenfächer Pädagogik und Psychopathologie.

00:02:06: Sie erzählte das Godplay-Erzähler.

00:02:09: Vielleicht können wir noch reden, was das ist.

00:02:12: Sie machten verschiedene Weiterbildungen, Abschiedsritual, Rohrbegretung.

00:02:17: Alle selbstständigen Tätigkeiten machen das als Beruf.

00:02:21: Seit Herbst-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-Zweil-.

00:02:40: Nein, es ist alles gut.

00:02:42: Es

00:02:45: aussieht, dass ich noch einen Mann habe.

00:02:48: Ein Mann mit zwei Töten.

00:02:49: Das ist wichtig.

00:02:51: Die leben mit eurem Mann zu viel und ihr habt zwei Erwachsene mit ihr.

00:02:54: Ich finde es schön, dass du das noch gesagt hast.

00:02:57: Das ist für mich

00:02:58: ein ganz wichtiger Teil des Lebens.

00:02:59: Eine

00:03:01: Stütze.

00:03:02: Ja, also gegenseitige Stütze.

00:03:06: Reden wir doch vom ganz aktuellen Fernando Vitello.

00:03:10: Viele Menschen sind sehr betroffen ins neue Jahr gestartet in der Schweiz, aber auch international.

00:03:15: Es gab viel Traurigkeit, viel Traur wegen dieser Tragödie, dieser Katastropheninkommen und so weiter.

00:03:21: Wir reden hier von einer nationalen Tragödie.

00:03:24: Aber meine Frage ist, gibt es so etwas wie eine ... Oder hat das viel gehört, kollektive Traur?

00:03:32: Gibt es das überhaupt?

00:03:34: Ja, das habe ich mich auch gefragt im Vorfeld dieser Sendung.

00:03:37: Ich denke, man muss überlegen, was diese Begriffe bedeuten.

00:03:42: Was heisst kollektiv?

00:03:44: Das heisst, miteinander und traur.

00:03:47: Es kommt darauf an, wie man das definiert.

00:03:49: Ich denke, es gibt verschiedene Arten von Traur.

00:03:53: Wenn es zum Beispiel Gedanke gibt oder Leute, die zusammenstehen, dann ist das eine kollektive Anteilnahme, die sehr wichtig ist.

00:04:04: Aber die einzelnen Trauren sind unterschiedlich.

00:04:10: Darum ist es noch ein sehr guter Begriff.

00:04:15: Vielleicht ist es

00:04:16: zu wenig differenziert.

00:04:18: Und ist es nicht auch so, dass man irgendwo gelässt?

00:04:20: Oder hat man noch Eindruck gemacht?

00:04:23: Traurig ist z.B.

00:04:24: eine Beerdigung, die nicht um mich zu bar betroffen ist.

00:04:27: Man geht z.B.

00:04:29: fernbekannten oder verwandten, ist gestorben und man geht an die Beerdigung.

00:04:33: Und oft muss man ja gleich grennen.

00:04:35: Genau.

00:04:36: Dass es eben oft so ist, dass man nicht unbedingt grennt.

00:04:39: Das klingt jetzt brutal, weil die Person gestorben ist, sondern weil man sich vielleicht erinnert an eiguete Verluste.

00:04:45: Oder weil man sich wie vorstellt, wie das ist, wenn ich jetzt diese Person habe.

00:04:49: quasi verloren.

00:04:50: Ja, genau.

00:04:50: Das ist ganz etwas Wichtiges.

00:04:53: Jedes Mal, wenn wir etwas Trauriges hören, tut das in uns etwas Wachrüffen.

00:04:58: Auch ein Erreignis, das wir gemolkt hatten.

00:05:01: Und dann ist man traurig.

00:05:03: Und es ist eigentlich nicht nur ... Also schon ist es traurig, dass man an einer Beerdigung ist.

00:05:07: Aber es ist vor allem die eigene Traur, eine alte Traur, die wieder raufkommt.

00:05:12: Und das ist ... Ja, das ist aber noch häufig an der Beerdigung.

00:05:17: Und oft ist es so, dass man traurig ist.

00:05:19: Jetzt gibt es bei Comontana alle Leute, die Kinder haben.

00:05:22: Genau.

00:05:23: Was

00:05:23: ich vorstelle, das hätte mein Kind sein können.

00:05:26: Genau.

00:05:26: Und das ist auch noch wie doppelt traurig, weil so viele junge Menschen, die man zuhause hat, das darf, ist nicht natürlich.

00:05:33: Eigentlich sterben sie, z.B.

00:05:35: die alten sterben und dann die jungen.

00:05:38: Die haben noch ein Leben vor sich.

00:05:40: Aber das Leben ist leider ... Also gut, das ist jetzt wirklich ein tragischer Umfall.

00:05:47: Aber das Leben ist nicht so schön.

00:05:52: Es tut sich

00:05:52: nicht mit den gesetzten Naturgesetzen.

00:05:54: Oder mit unseren Wünschen.

00:05:58: Und das ist tragisch, wenn junge Leute sterben.

00:06:02: Das nimmt einem wirklich her.

00:06:04: Jetzt

00:06:05: gab es ja viel Gedenk an, auch die nationale Schweigeminute oder auch dieser Bahnführer, die Lokomotiven, Pfiffen und so, die Gottesdienste.

00:06:17: Wie fest hilft das?

00:06:21: Angehörigen, wenn sie merken, dass so viele Leute an einem bestimmten Zeitpunkt an sie denken, hilft es überhaupt?

00:06:28: Ja, ich denke, das ist ein sehr starkes Zeichen, dass es hilft, einfach zu merken, dass wir sehen werden.

00:06:37: Wir werden auf irgendeine Art verstanden, dass wir so in einer schweren Lage sind.

00:06:46: Klar, die Tour ist wegen diesem nicht weggenommen.

00:06:49: Die Schicksale macht nichts ungeschehen.

00:06:52: Aber zu wissen, da haben es Leute, die auch nur eine Minute an uns denken, dass es ganz viel Kraft gibt.

00:07:02: Das

00:07:02: merkt man ja selber.

00:07:03: Wenn man einen Verlust hat und plötzlich Leute an die Beerdigung kommen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, denken.

00:07:09: Genau.

00:07:10: Ja, oder auch ... ganz konkret meine Mutter, wenn ich ihnen sage, du dich und die Person schick dir ganz viele Grüße und fragt, wie es dir geht, dann gibt es so einen Moment von so ein kleines Lächeln und es tut einfach gut, zu wissen, hey, ich bin nicht alleine.

00:07:26: Es gibt so einen bekannten Satz, den möchte ich jetzt gleich gerade schon jetzt sagen, vom bekannten Trauerforscher Jorgos Kanakakis, der sagt ... Die Trauer ist eine anspruchsvolle Dame.

00:07:39: Sie will gehört, gesehen, verstanden werden.

00:07:45: Es ist ganz, ganz wichtig, dass ... Nicht nur meine eigene Trauer, sondern die traurenden.

00:07:53: Dann geht es besser, wenn man sie sieht und mitnimmt über das Ohr.

00:08:01: Ja.

00:08:02: In der letzten Zeit habe ich ein paar Texte gelesen, die sich insinuiert haben.

00:08:06: Wie die Schuldfragen haben, umgekehrt.

00:08:10: Was macht ein vierzehnjähriges in einer Bar?

00:08:13: Was macht ein sechzehnjähriges?

00:08:15: Das sieht man ja oft bei schweren Gewaltverbrechen.

00:08:19: Dass man das fast nicht aushaltet und darum wie die Schuld quasi auf die Socke vertut, weil man es fast nicht kann aushalten, dass es so eine Ommach da ist.

00:08:28: Das hat man jetzt auch wieder gesehen.

00:08:29: Genau.

00:08:30: Und wichtig ist für mich ... einfach alle die Bestrebungen herauszufinden, was ist hier passiert, was ist falsch gelaufen, was muss man unbedingt besser machen.

00:08:40: Und zwar sind noch mal in Kramantan, das kommt noch an vielen anderen Orten auch oder überall.

00:08:46: Dass man einfach daraus lehrt, das ist wichtig.

00:08:50: Wie viel Hilfzähler traurten Sie, wenn Sie so viel wie möglich wissen?

00:08:55: Über eine Verlust.

00:08:57: Wenn jemand eine Familienankehrung verliert, dass der Arzt genau sagt, was passiert ist und warum die Person gestorben ist.

00:09:07: Wie fest ist das Detail?

00:09:08: Soll man hier gehen?

00:09:10: Ja, das ist einerseits abhängig von den Leuten.

00:09:13: Aber es gibt Leute, die das wissen wollen.

00:09:16: Und ich denke, es ist berechtigt, diese Informationen auch zu geben.

00:09:20: Wenn es das gewünscht ist, kann man es wie einordnen.

00:09:23: Also, hier brauchen Leute das.

00:09:25: Und dass es wie auch, wie soll ich sagen, wie auch, dass man es abschliessen kann auf eine Art.

00:09:31: Also, einfach diesen Teil abschliessen.

00:09:34: Und nicht immer noch zu viel hat, aber eigentlich hat man das auch.

00:09:37: Und warum nicht das?

00:09:39: Ja.

00:09:39: Aber auch hier würde ich ganz zuerst ganz gut lassen, weil die Leute wirklich alles wissen wollen.

00:09:45: Aber meistens ist es schon so, dass man es wissen möchte.

00:09:49: Und dann ist es auch wichtig, dass man die Informationen überkommt.

00:09:54: Und wie wichtig ist es, der Verstärkung oder der Verstärkung der Menschen zu sehen und zu trauren, um die Traur zu überwinden?

00:10:05: Das ist eigentlich auch wichtig, aber ... Aber es ist halt schon so, jetzt bei Gramm und Danach, dass sie natürlich ... Ja, das war sicher nichts Schönes zum Anschauen.

00:10:17: Und dann muss man dort auch wirklich gut abwägen, was ... Was darf man wirklich ... Was soll man wirklich zeigen?

00:10:23: Was ist wirklich zumutbar?

00:10:24: Weil das ist der letzte Eindruck, oder?

00:10:27: Und zum Beispiel, wenn wir jetzt ... Es kann auch schon einmal helfen, wenn zum Beispiel die Hand, zum Beispiel, oder ein Fuss ... dass es noch einigermassen schön aussieht, dass man diesen noch sehen und anlängen kann.

00:10:39: Und wenn es gar nicht möglich ist, dass man wenigstens noch in den Sarg etwas hinlegen kann, das Lieblingsdienst oder einfach ... Es ist wie ein Liebesdienst, das ist noch die letzte, die man noch machen kann.

00:10:54: Und es ist ganz hilfreich, für die Nähe einen Abschied zu nehmen.

00:11:00: Ja.

00:11:01: Bei den Menschen, die verschollen, die man nie in den Körper findet, ist das wirklich schlimm.

00:11:08: Das

00:11:08: kann man wie nicht abschliessen.

00:11:11: Oder Leute, die vielleicht geführt wurden.

00:11:13: Genau.

00:11:17: So ein Ritual, der hat es jetzt gesagt, z.B.

00:11:18: über das Lieblingsblühstierli in Sargthuen oder Schöschritual.

00:11:23: Oder

00:11:23: die Briefe schreiben, die z.B.

00:11:25: da noch hinlegen.

00:11:26: Ist

00:11:26: das so ein Part von dem, was ihr macht in der Traurbegleitung, dass dir so Ideen geben, z.B.

00:11:32: Leute, die trauren?

00:11:33: Also ... In meiner Aufgabe als Tourbegleiterin, dass ich meistens die Leute schon verstorben.

00:11:39: Domo erlebe ich, dass, wenn noch die verstorbene Person cremiert wird, dass wenn das noch nicht passiert ist, dann kann ich zum Beispiel sagen, ihr könnt im Fall noch einen letzten Wunsch oder den letzten Gruß noch hineinlegen.

00:11:56: Also wenn die Kremation noch nicht vorbei ist.

00:11:59: Aber auch das ist einfach ein Tipp, das ich geben kann.

00:12:02: die Personen selbst die Angehörigen selbst entscheiden müssen, was für sie stimmt.

00:12:08: Das ist total wichtig.

00:12:09: Ich habe nur Ideen gegeben.

00:12:11: In diesem Sinne bin ich nicht nur Begleiterin, sondern auch Begleiterin.

00:12:18: Ich entscheide nicht.

00:12:19: Ich finde mit den Leuten zusammen heraus.

00:12:23: Aber sie entscheiden, was für sie stimmt.

00:12:26: Und da gibt es keine Regeln.

00:12:29: Reden wir doch gleich noch über das, was ihr macht als Tourbegleiterin.

00:12:33: Wir sind aber schon beim ersten Lied.

00:12:35: Das habt ihr mitgenommen.

00:12:36: Ich sage auch, meine Gäste sollen drei Lieder mitnehmen, um etwas zu sagen.

00:12:41: Das erste Lied ist von Silbermonds in meiner Erinnerung.

00:12:44: Warum das Lied?

00:12:46: Das beschreibt eine sehr schöne Situation.

00:12:50: Ich habe jemand verloren.

00:12:52: Ich bin so alleine.

00:12:53: Irgendwie bin ich verloren.

00:12:55: Aber ich weiss, du bist bei mir.

00:12:58: Du bist in meiner Erinnerung.

00:13:00: Es ist so spät.

00:13:02: Man fühlt sich so alleine, aber gleich auch begleitet.

00:13:05: Und das finde ich sehr schön in diesem Lied, wie er es ausdrückt.

00:13:29: Wie immer

00:13:30: bis zum nächsten Mal.

00:13:33: Und es war viel zu zeitig.

00:13:38: Viel zu zeitig.

00:13:40: Ich hör sie sagen, jetzt hast du es geschafft.

00:13:44: Bist jetzt an

00:13:45: einem besseren Plan.

00:13:48: Meiner Unverstehen

00:13:50: das.

00:13:52: Doch das Herz sagt, es fehlt was.

00:13:56: Mit jedem Tag, der vergeht, lebst du weiter.

00:14:08: In meiner alles sind alles

00:15:25: weg.

00:16:24: Willkommen zurück beim Klartext im Aschur Talk.

00:16:49: Heute mit der Trauerbegleiterin, mit Fernanda Vitello, Frau Vitello.

00:16:54: Was versteht man unter ... Das war vor dem Lied schon gesagt, ihr begleitet die Leute, ihr entscheidet nicht.

00:17:00: Aber was macht die Trauerbegleiterin konkret?

00:17:03: Kann man euch anleuten, wenn man einen Verlust hat?

00:17:07: oder begleitet in der Ruhr?

00:17:09: Ja, man kann mir anleuten, schreiben.

00:17:14: Ich frage nachher, um Klippen genauer umfassend zu gehen, was man gerne verarbeiten möchte, einen Punkt genau anschauen möchte.

00:17:23: Das ist auch immer die Person, die das mir mitteilt.

00:17:29: Und einerseits ... Es geht darum, z.B.

00:17:33: während der Traurbegleitung verschiedene Rituale zu machen, z.B.

00:17:38: etwas loszulassen.

00:17:40: Aber es geht auch darum, den Leuten zu zeigen und zu verstehen, was mit ihnen passiert.

00:17:51: Dass der Traur, das Trauren, ein Prozess ist.

00:17:54: Und dieser Prozess geht lang.

00:17:57: Das ist

00:17:57: ein langer Prozess und das ist nicht definiert, wie lange das geht.

00:18:02: Gibt es nicht einen Frischt, den man sagen muss?

00:18:05: Jetzt bist du schon so lange traurig, solltest du diesen Schritt

00:18:08: weitermachen?

00:18:08: Das ist das, was mir in der Gesellschaft gehört.

00:18:13: Das ist jetzt sechs Monate her.

00:18:15: Wieso geht es mir noch nicht besser beim Schaffen?

00:18:18: Jetzt ist die Mann schon zwei Jahre dort, willst du nicht jemanden tanzen?

00:18:23: Ja, aber das ist eben ... Die Traur, das ist eigentlich ein Ausdruck von Liebe.

00:18:34: Also etwas oder jemand, der ich gerne habe und die Person stirbt.

00:18:40: Die traur ich nicht, die ich gerne hatte.

00:18:43: Und wenn ich sie nicht gerne hatte, dann ist es mir auch gleich, dann muss ich auch nicht trauren.

00:18:48: Ich muss wieder lernen, dass das Leben ... ich lebe weiter.

00:18:54: Das geht aber anders weiter.

00:18:55: Es ist plötzlich einfach alles anders, weil die Person nicht mehr hier ist.

00:18:59: Ob es mein Kind ist, mein Mann oder die Mutter oder der Vater wäre auch immer.

00:19:05: Es ist einfach anders.

00:19:07: Und das muss man neu lernen.

00:19:11: Warum ist der Gesellschaft etwas ungeduldig mit den Trauerenden?

00:19:14: Warum ist es so schwierig für uns, dass wir das akzeptieren, dass es nach drei oder vier Jahren immer noch regelmässig traurig ist

00:19:23: wegen einer Todeszeit?

00:19:24: Ja, ich denke ... Wir sind eine Gesellschaft, in der wir funktionieren müssen, eine Leistungsgesellschaft.

00:19:32: Und ein bisschen funktioniert man auch, wenn man in die Ruhe ist.

00:19:35: Und das ist auch gut.

00:19:38: Aber es ist nicht gut, das zu fest zu verdrängen und immer wieder aufzuschieben oder zu lange aufzuschieben.

00:19:47: Und wenn wir halt funktionieren müssen, dann ist der Ausdruck unserer heutigen Gesellschaft, dass wir einfach liefern müssen.

00:19:56: Maschinen müssen sein.

00:19:57: Das ist schade.

00:19:58: Wir sind Menschen mit Gefühlen, mit Emotionen, die mit uns auch tun.

00:20:04: Die kommen bei uns allen.

00:20:07: Wir können uns probieren, mit ihnen umzugehen.

00:20:10: Wir müssen lernen, mit ihnen umzugehen.

00:20:12: Aber die kommen einfach.

00:20:14: Und bei den Trauerenden kann einem beim Einkaufen oder im Zoo z.B.

00:20:21: wie eine Welle über Männer, über Frauen ... Einfach über einen kommen und das kann man nicht kontrollieren.

00:20:30: Man muss lernen, damit es geht.

00:20:31: Man muss lernen, damit es geht.

00:20:33: Es gibt so diese Traurphase.

00:20:35: Gibt es diese wirklich?

00:20:36: So die verschiedenen Traurphasen?

00:20:38: Nein,

00:20:39: es ist ... Man redete früher von der Traurphase.

00:20:43: Das impliziert sich.

00:20:46: Jetzt kommt die Phase, dann die, dann die.

00:20:48: Dann ist

00:20:48: man heissig, dann ist man resigniert.

00:20:51: Man nimmt es an, dann freut man sich damit an und impliziert das mit der Phase, dass es demo vorbei ist.

00:21:00: Es ist aber nicht so, es ist nicht vorbei.

00:21:02: Die Traurende erleben immer wieder.

00:21:06: Aber was ... im Traurprozess möglich ist, wenn man den Traurprozess wirklich durchgeht und mit dem arbeitet, ist es so, dass die Traur sich wandelt.

00:21:19: Aber die Traur bleibt zum Zurückkauf des Bildes der Liebe.

00:21:26: Wenn ich in den letzten fünf, sechs Jahren mit einem Menschen bei Verurotung war, mit einem Mann oder einer Frau, und dann eine sterbende Person, Da bin ich traurig.

00:21:38: Wieso sollte ich nach drei Jahren nicht mehr traurig sein?

00:21:41: Ich habe doch sechszehn Jahre mit dieser Person zusammengelebt.

00:21:47: Das muss nicht vorbei kommen.

00:21:49: Ein anderes Bild, das zeigt, dass man in einer Traurbegleitung oder einem Traurprozess lehrt, mit der Traur zu leben.

00:21:59: Das ist das Ziel.

00:22:01: Also jemand, der zu mir kommt oder in eine andere Traurbegleitung, Wir nehmen den Leuten nicht die Trauer weg.

00:22:08: Es geht nicht

00:22:09: darum, zu heilen.

00:22:10: Nein, denn das ist auch keine Krankheit.

00:22:13: Es ist keine Krankheit, die Trauer, sondern im Gegenteil.

00:22:15: Das ist eigentlich unsere Menschenangeborene natürliche Reaktion.

00:22:22: Das ist etwas Angeborniges, das ist ganz normal.

00:22:26: Und wir haben es eben verlehrt, diese Reakt, also das zu leben.

00:22:32: Gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechter bei der Trauer?

00:22:35: Ja.

00:22:36: Es gibt auch die Unterschiede.

00:22:40: Man sagt, es gibt auch Bücher, die heissen Männer trauern anders.

00:22:44: Jeder Mensch traut anders.

00:22:46: Es gibt auch hier keine Regeln.

00:22:49: Aber ... Es ist häufig so, dass Männer nicht in erster Linie über das Gespräch erreichbar sind, wenn es um die Ruhrbegleitung geht.

00:22:59: Wir freuen, es tendieren Änderungen.

00:23:01: Also bitte auch gerne reden und erklären und über unsere Gefühle reden.

00:23:05: Das können wir gut.

00:23:07: Vielleicht auch mal fast zu gut.

00:23:10: Und es gibt auch Männer, die gerne über ihre Gefühle reden.

00:23:16: Aber es gibt auch die anderen, die ... die einfach lieber über die Handlinge, über den Sport, über das Wanderen, oder wenn man mit einem geht, oder mit ihnen etwas im Werken, oder bei einem Bier, oder bei einem Stammtisch.

00:23:32: Aber nicht alles erstes, wie geht es dir, sondern vielleicht dem Verlauf von oben.

00:23:37: Es ist einfach wie anders.

00:23:38: Aber auf jeden Fall trauren die Männer auch.

00:23:43: Und das ist ganz, ganz wichtig.

00:23:46: Und Trauren heisst nicht in erster Linie Grennen.

00:23:51: Grennen ist ein Ausdruck von Trauren.

00:23:54: Was gibt es denn noch für Ausdrücke?

00:23:56: Ja, dort gibt es ganze Haufen, dass sie eben die ganzen Paletten angefühlt.

00:24:00: Das kann Wut sein, das kann Aggression sein, das kann sich zurückziehen sein, einsam sein, also nidisch sein, also wirklich ... Ich weiss nicht, was ich noch aufzähle, aber es ist eine ganze Palette von Gefühl.

00:24:17: Und wenn jemand nicht grennt, z.B.

00:24:20: eine Beerdigung, das heisst noch lange, dass die Person nicht traurig

00:24:24: ist.

00:24:25: Jetzt haben wir über einen Unterschied bei den Geschlechtergeräten, was das Traur anbelangt.

00:24:29: Aber es gibt auch einen Unterschied in der Kultur oder in der Mentalität, also kulturellen Unterschiede.

00:24:34: Und ihr habt mich damit befasst im Rahmen deiner Ausbildungen.

00:24:41: Das ist vielleicht persönlich prägt.

00:24:43: Ihr seid wie gesagt die Kinder des zilianischen Einwanderer.

00:24:47: Wie tun denn andere Nationalitäten anders?

00:24:50: Wie tun zum Beispiel die Italiener?

00:24:51: Seid ihr so anders im Trauren als die Schweizer?

00:24:55: Ja, das ist jetzt noch schwierig.

00:24:58: Ich glaube, heute ... Ich glaube, es ist nicht mehr ein grosser Unterschied.

00:25:04: In Italien ist jemand sterbt.

00:25:07: In Verwandte ist man sterbt.

00:25:12: Hier verstirbt eine Person, z.B.

00:25:13: eine Mandung.

00:25:14: Spätestens am Mittwoch ist es Beerdigung.

00:25:16: Es geht wirklich sehr schnell heutzutage.

00:25:20: Früher, als ich noch Kind war, habe ich meine Eltern erzählt, wie es in Sizilien früher war.

00:25:25: Und auch nicht nur in Sizilien, sondern ... Im

00:25:29: ganzen Mittelmeer-Ruhm.

00:25:30: Im ganzen Mittelmeer-Ruhm, durch keinen Griechenland, wo der Jörg aus Kanakakis herkommt.

00:25:35: Sie erzählten, wenn dort verstorben ist, wurde manisch die Person aufgebahnt, zwei, drei Tage.

00:25:42: Und dann kamen sie die Klageweiber, sogenannte Klageweiber, die haben gerennt.

00:25:48: Und das ist eigentlich wie stellvertretend.

00:25:51: und die Türen so klagen und grennen und ja, einfach so, wie sie das machen.

00:25:57: Und das ist auch wie ein Ritual.

00:26:00: Und das hat eigentlich die Funktion, dass es die Emotionen ... einen Halt der Angehörigen.

00:26:08: Genau.

00:26:09: Weil es ist eben schon noch wichtig, dass die Emotionen möglichst kommen.

00:26:15: Dass man nicht so erstaunt im Inneren, wenn man auf längere Zeit sieht.

00:26:21: Aber das ist in Sizilien zum Beispiel nicht mehr üblich, dass man das macht.

00:26:27: Aber was auch noch üblich war, dass man nach ein paar Tagen ... Das hat man gar nicht gekocht, zum Beispiel.

00:26:31: Und dann wurde es zu essen gebrochen.

00:26:32: Das ist wie nach der Geburt noch eine interessante Parallel, die es gibt.

00:26:35: Genau.

00:26:35: Oder die Zeit, in der ein Kind auf

00:26:36: die Welt kommt oder die Zeit, in der jemand stirbt.

00:26:38: Genau.

00:26:38: Und das ist schon immer sehr nach dem Tod und das Leben, am Anfang des Lebens.

00:26:40: Ja.

00:26:40: Ihr

00:26:40: habt eine Leidfade gemacht

00:26:41: für die Ruhr und Migration.

00:26:42: Für wen machten Sie den Tag?

00:26:43: Wer soll sich mit dem befassen?

00:26:44: Ich habe eine Abstossarbeit

00:26:45: gemacht zu diesem Thema.

00:26:46: Ich habe für meine Kolleginnen, also bei einer Ausbildung im ... ... im Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr

00:26:51: zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr

00:26:59: zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum verschiedene Aspektige, die man aus Weiberücksichtigen muss, wenn jemand Migrationshintergrund hat.

00:27:29: Was ist denn das zum

00:27:31: Beispiel?

00:27:31: Ich habe jetzt

00:27:31: einige Leitlinien, also so Punkte in dieser Arbeit auskristallisiert.

00:27:37: Ein Punkt ist zum Beispiel, zu fragen, wie wohl ist man im Gastland?

00:27:45: Ist man hier wohl, ist man ankommen oder ist man im Provisorium?

00:27:50: Also jetzt zum Beispiel ... Meine Eltern kamen in den Sechzigerjahren, im Sechzigerjahr, und für sie war von Anfang an klar, dass wir jetzt hier sind und da bleiben wir.

00:28:00: Ich bin so aufgewachsen und hatte eigentlich diesen Boden.

00:28:03: Ich habe aber andere Kolleginnen oder auch für Bekanntschaft, für Wandschaft, die sie gehalten haben.

00:28:10: Ja, weisst du, in drei, vier Jahren gehen wir wieder.

00:28:12: Und das immer wieder, und es gibt so einen labilen Boden.

00:28:16: Und entsprechend, und das gibt es zum Beispiel bei den Leuten, gibt es die sogenannten psychosomatischen Erkrankungen.

00:28:25: Die sind immer krank.

00:28:26: Man weiss nicht genau, warum.

00:28:29: Und das kann eine Grund sein bei Migrantinnen und Migranten.

00:28:33: Um zu wissen, wie wohl man hier ankommt, ist es ein Provisorium.

00:28:39: Und warum ist es wichtig für die Traurbegeleitung?

00:28:43: Weil die Migration selbst bringt Traur mit sich.

00:28:48: Man muss ... die Heimat verlassen.

00:28:52: Die Frage ist natürlich auch, wie man die Heimat verlassen muss.

00:28:54: Also muss man es flüchten wegen Kriegen, Verfolgung und so, also einfach, um das Leben zu bedrohen.

00:29:03: In den sechzigeren Jahren sind natürlich, wie auch meine Eltern, die Leute kommen, die keine Arbeit hatten.

00:29:11: Aus wirtschaftlichen Gründen.

00:29:13: Und hier hat man Arbeit gefunden.

00:29:15: Aber auch sie mussten ihre Heimat verlassen.

00:29:19: Nicht gerade überstürzt.

00:29:20: Es war organisiert.

00:29:22: Aber sie haben die Umgebung verletzt.

00:29:25: Sie haben liebe Menschen verletzt, ihre Eltern und die Verwandte und so.

00:29:30: Und sie ist dann in die Frömmde, die man alleine ist.

00:29:34: Also, wir mussten die Heimat trauren.

00:29:36: Also, wir traurten um die Leute, die wir verlassen.

00:29:39: Wir traurten um ... Ganz banal, um zu essen, Gerüchen.

00:29:45: Z.B.

00:29:45: die Wärme, die vom Süden in die Orte kommen.

00:29:49: Meine Mutter erzählt, dass sie im Januar kamen.

00:29:52: Und dass sie da ... ... beim Briegen.

00:29:57: Das hatte viel Schnee.

00:29:59: Und die Mutter sagte, woher führst du mich?

00:30:02: Ich komme in die Hölle, was auch immer.

00:30:06: Aber sie war nachher glücklich hier immer.

00:30:10: Ja, einfach so die Eindrücke.

00:30:11: Das ist einfach alles anders.

00:30:13: Die, die am Meer leben.

00:30:16: Ja, das sind eigentlich alles Sachen, die man vermisst.

00:30:20: Und die Frage ist aber, wenn man nachher ankommt, merkt man ja gut, das habe ich jetzt nicht mehr.

00:30:24: Aber hier habe ich nicht für das und das und das.

00:30:26: Wir kommen schon zum zweiten Lied.

00:30:28: Ja.

00:30:29: Patent Ochsner.

00:30:30: Für immer auf dich.

00:30:31: Warum?

00:30:33: Das ist für mich so eines der Lieder.

00:30:36: Das ist nicht das Einzige, aber eines der Lieder, der Bönnenhuber und seine Benzdidüme.

00:30:41: Das ist wie eine Ausdauung, wie sie ihre Traur verarbeiten.

00:30:47: Und ein Ausdruck oder eine Verarbeitungsmöglichkeit ist zum Beispiel, wo jeder schreibt.

00:30:53: Sonntexten, Nebstgedichte oder Malen oder was es so immer gibt.

00:30:58: Und ja, das ist das Stück, das ich finde.

00:31:02: Es ist ein Nommage an das Leben, aber auch an die Tod.

00:31:08: Es ist beides.

00:31:09: Und ich

00:31:09: denke, das Leben gehört im Verhalten der Tod.

00:31:36: Fotos von der Erde.

00:31:37: Auf all die schönen Kinder, die heute Nacht geboren werden.

00:31:44: Auf all die Zeit, die ist vergangen.

00:31:47: Auf all die Zeit, die mir noch bleibt, auf die grünen Treben.

00:31:52: Auf die süßen Früchte in den Bäumen.

00:33:13: Auf all die grossen Pläne.

00:33:20: Auf all die grossen Träume.

00:33:32: Auf all die, die feiern und singen.

00:34:55: Das ist der Klartext der Aschultag heute mit den Traurbegleitern, mit Fernanda Vitello.

00:35:01: Fernanda, Vitello, warum macht ihr eigentlich diesen Beruf?

00:35:03: Was hat noch an dem gereizt, Traurbegleitung?

00:35:08: Am Anfang habe ich schon erwähnt, dass ich früher im Religionsunterricht erteile.

00:35:13: Ich war eine Religionslehrerin.

00:35:14: In diesem Bereich, als ich auch gearbeitet habe, habe ich immer bei Berührung mit dem Tod gekommen.

00:35:23: Ich habe mit Menschen, die mehrfach behindert sind.

00:35:27: Auf den Wohngruppen ist immer wieder das Vorkommen, dass Menschen versterben.

00:35:32: Kind und Jugendliche und Erwachsene.

00:35:34: Und dann machen wir auf der Gruppe für die Gruppe Abschiedsvieren.

00:35:42: Ich habe das auch gerne gemacht.

00:35:45: den Menschen ins Zentrum stellen und das würdigen und einfach verabschieden.

00:35:52: Das habe ich sehr gerne gemacht.

00:35:53: Irgendwann habe ich gedacht, jetzt mache ich die Ausbildung.

00:35:58: Schon gleich nach der Ausbildung habe ich gemerkt, jetzt muss man das probieren.

00:36:05: Es ist einerseits traurig, Über eine Tod und andererseits hat es mir plötzlich gedacht, dass es so eine Lebendigkeit gibt, wenn man sich auch mit diesem Thema befasst.

00:36:16: Also, sich zu merken, ich lebe nicht unendlich, sondern es ist zwar endlich, aber ich habe das total viel mit Leben.

00:36:25: Es ist irgendwie ganz lebig geworden.

00:36:28: Und ich finde, ich mache das einfach gerne, weil in all diesen Kursen, die ich gegeben habe, die ich Menschen habe, begleitete Gruppen, Die traurende ist einfach schön zu sehen, die Wandelung, die kann passieren, die plötzlich merken, eben traurig ist immer noch hier, aber irgendwie zu merken, das geht weiter, sie können voran, sie können etwas mitnehmen.

00:36:55: Ist es nicht schwierig, nicht selber traurig zu werden, wenn man die ganze Zeit mit traurigen Menschen zu tun hat?

00:37:02: Das ist ein wichtiger Punkt an der Ansprechung.

00:37:06: Es ist ganz wichtig, dass man zu sich selbst schaut.

00:37:11: In der Ausbildung wurde das immer auch gesagt, die sogenannte Selbstfürsorge.

00:37:16: Dass es wirklich wichtig ist, zu sich zu schauen und zu sagen, das mache ich jetzt nicht.

00:37:23: Und sich abzugrenzen und immer wieder selber auch tanken.

00:37:28: So wie ich mich, den Trauren auch immer sagen.

00:37:32: Es braucht auch die Ruhr, die Pausen, also dass man sich mal gönnt, mal mit jemandem ein Kaffee trinken und dann mal zu lachen.

00:37:40: Das ist, dass ich das verrate.

00:37:45: Das ist schlecht zu wissen.

00:37:47: Das ist aber nicht so, sondern es ist so wichtig, dass wir die Pausen haben.

00:37:55: Traurung ist anstrengend.

00:37:57: Traurbegleitung ist auch anstrengend.

00:38:00: Darum ist es wichtig, dass man sich die Pausen gönnt und die Quellen wieder hat.

00:38:06: Hat es dir auch schon Situationen gegeben, die du sagen musst?

00:38:09: Nein, das geben wir jetzt zu Nacht.

00:38:10: Da kann ich mich nicht abgrenzen.

00:38:12: Irgendetwas in dieser Situation berührt mich zu fest.

00:38:16: Ich kann das nicht.

00:38:17: Ich kann gar nicht helfen.

00:38:19: Ich habe es bis jetzt noch nicht so erlebt, weil ich noch nicht so lange auf dem Beruf bin.

00:38:25: Ich bin noch nicht so lange selbstständig.

00:38:28: Aber es ist schon so, ich stelle auch die Ruhrfirren.

00:38:32: Und es gibt schon die Ruhrfirren, die mich mehr berühren als andere.

00:38:38: Aber ich denke, wichtig ist ... Das macht für sich nichts.

00:38:42: Wichtig ist einfach, das zu merken.

00:38:45: Und auch zu merken ... Was ist denn mein Teil?

00:38:49: Und dass ich das probieren, möglichst bei mir zu behalten und nicht übergeben zu können.

00:38:57: Ja, das ist ganz, ganz wichtig.

00:38:59: Aber es berührt mich eigentlich jede Geschichte.

00:39:05: Aber ich muss auch die professionelle Distanz behalten, sonst bin ich keine Hilfe.

00:39:11: Eben, genau.

00:39:12: Man darf mit fühlen, aber man darf nicht mitteleiden.

00:39:18: Das ist der Unterschied.

00:39:19: Man darf nicht mitteleiden, denn mitteleiden nützt nichts.

00:39:23: Wir haben am Anfang darüber geredet, dass in der Gesellschaft oft ein wenig der Tenor ist.

00:39:29: Es gibt aber keinen Belang.

00:39:30: Jetzt sollte es langsam besser gehen.

00:39:31: Man wird nicht mal wieder das Beispiel der Gotanze haben.

00:39:35: Es gibt aber auch die anderen.

00:39:35: Ich habe mich selber schon dabei gehabt.

00:39:39: Erstens habe ich gelesen, dass einer der freigelassenen israelischen Geiseln, die seine ganze Familie verloren hat, also die Frau und die drei Kinder, nach kurzer Zeit schon wieder eine Beziehung eingegangen hat.

00:39:50: Mein erstes Reflex ist, wie es so sieht, dass es aber keimerschnell ging.

00:39:54: Aber eigentlich kann man ja nicht wie für allgemeiner, wie lange das jemand so in Anführungs- und Schlusssächen alleine sei, oder?

00:40:03: Nein, aber das ist wie nicht definiert, was ich denke.

00:40:09: Man muss einfach auch wirklich weiterleben.

00:40:12: Und bei denen gibt es nach so und so vielen Monaten schon.

00:40:16: Und andere brauchen einfach Jahre.

00:40:19: Aber man muss weiterleben.

00:40:21: Und ich glaube, dieser Mann wird seine Familie weiterhin in seinem Herz haben.

00:40:27: Die kann er ja nicht einfach auslöschen.

00:40:30: Aber es muss weitergehen.

00:40:32: Es ist ein Müssen und ein Dörfen.

00:40:36: Eine schöne Geschichte gehört vor kurzem, was heisst man so, wenn man traurig ist, so um im Herzen zwei Zimmer einrichten, eines für die Trauer eines Zimmern.

00:40:48: und eines für die Freude.

00:40:49: Und wenn die Trauer kommt, dann macht das Zimmer auf der Trauer.

00:40:53: Und wenn die Freude kommt, dann macht das Zimmer auf der Freude und lasst sie rein, die Freude.

00:40:59: Und am Schluss, und übrigens, der Toten ist eigentlich Wöhler im Zimmer von der Freude.

00:41:04: Also, so, nachher so zu sehen, also auch die Perspektiven, zu fragen, ja, hat die Person wirklich Freude, wenn ich jetzt immer traurig bin?

00:41:17: Ich glaube, wenn man sich mal das so überlegt, dass man darf und so weiterleben.

00:41:24: Und die Trauer wird wegen dem nicht kleiner.

00:41:27: Es ist so ein Denisbau, immer ein Glas.

00:41:30: Das ist ein Gompfi-Glas.

00:41:32: Dann füllt den Denisbau das ganze Glas aus.

00:41:37: Man hat das Gefühl, ihr Leben fascht nicht.

00:41:39: Man hat keinen Schnauf mehr.

00:41:42: Mit der Zeit wird es aber so ein grosses Weckglas.

00:41:46: Der Denisbau ist immer noch drin, aber darum gibt es mehr Luft.

00:41:49: Das ist ein Bild von, wie die Trauer sich wandelt.

00:41:56: Sie hat viel mit Metaphern reden.

00:41:58: Hast du das schon als Kind gemacht?

00:42:00: Hat er gerne Sachen erzählt oder auch bildlich in Worte gefasst?

00:42:04: Ja, das ist auch etwas von meinem Beruf her.

00:42:08: Es hilft einem auch, denen zuzulassen.

00:42:13: Mit denen, wo ich rede, hilft einem auch möglichst bildlich und nicht so theoretisch.

00:42:19: zu erzählen.

00:42:21: Du warst auf die Welt, als Kind von Sizilianern.

00:42:26: Was hatte du für eine Kindheit?

00:42:29: Meine Kindheit ist ... Vor Familienherr ist es sehr glücklich.

00:42:36: Ich habe liebevolle Eltern und noch eine Schwester.

00:42:44: Ich habe eine Familie.

00:42:47: Ja, eigentlich normal.

00:42:48: Aber was ganz wichtig ist, ist, dass wir nicht aufgefallen sind.

00:42:51: Wir sind ja bei ihm in den Seventinen geboren.

00:42:54: Und das war schon eine schwierige Zeit.

00:42:58: Wir durften nicht auffallen.

00:43:00: Und Jäude hat sich ganz fest angepasst.

00:43:02: Also sehr assimiliert.

00:43:03: Sehr, sehr.

00:43:05: Und wir waren immer ruhig und ja nicht.

00:43:07: Und so, einfach nicht auffallen.

00:43:10: Und das war nicht immer nur einfach.

00:43:13: Aber durch das hatten wir aber auch nie ein Problem.

00:43:16: Ja, also es ist ... Ja, es ist beides.

00:43:20: Aber ich

00:43:21: habe es richtig verstanden.

00:43:23: oder es gibt ja wie, und ich weiss das so aus eigener Erfahrung, aus meinem Umfeld, es gibt Familien, und es hat vielleicht auch damit zu tun, die Leute, die sagen, wir bleiben jetzt hier, wir gehen dann wieder heim.

00:43:33: Dass sie wie probieren, das Italien hier zu pauten.

00:43:38: Man sieht das ja zum Teil auch, dass die älteren Frauen, zwar seit den dreißigvierzig Jahren in der Schweiz, aber kaum eine Landessprache, also die Deutschen oder Französisch-Italienischen schon, beherrschen und immer Übersetzung brauchen von den Kindern oder den Enkeln.

00:43:50: Das haben eure Eltern in diesem Sinne nicht gemacht.

00:43:52: Sie haben wirklich Also sie sind wirklich hier angekommen und haben euch in die Schweiz eingeboren und sich so aufgewachsen.

00:44:00: Also sie sind angekommen hier, aber ihnen war es ganz wichtig, dass wir schon Italienerinnen sind und Italiener.

00:44:07: Also das heisst der Heime, zumindest beim Essen am Mittag und am Abend, haben wir mit Italienisch reden müssen.

00:44:14: Das war ganz wichtig, was mein Vater gesagt hat.

00:44:17: Eine Italienerin, die nicht italienisch ist, ist also pinnlich.

00:44:23: Jetzt bin ich dankbar, dass ich italienisch bin.

00:44:28: Aber das war so streng.

00:44:31: Es ist noch heute so, wenn ich nach Hause gehe, das ist Italien.

00:44:35: Aber nicht das traditionelle mit zizilianischen Fahnen und so überhaupt nicht.

00:44:45: Die nationalen Sachen sind nicht.

00:44:48: Das bin ich noch froh.

00:44:51: Aber es ist ganz klar Italien daheim.

00:44:54: Mit der Schwester haben wir immer Deutsch geredet.

00:44:58: Wir sind in deutschen Schulen.

00:45:00: Man musste ja auch.

00:45:03: Es war aber eigentlich auch gut.

00:45:07: Für meine Eltern war klar, dass wir jetzt hier

00:45:11: leben.

00:45:11: Man hatte nicht so die moralischen Ansprüche, oder sei Zilya oft, vor allem vielleicht in der Generation von ihnen Eltern, die sehr auch Mädchen haben müssen, ein grosses Bild entsprechen.

00:45:25: Sie war schon etwas streng.

00:45:27: Es war schon nicht nur einfach.

00:45:30: Ja, aber ich habe es überlebt.

00:45:36: Und Bildung war offenbar

00:45:38: wichtig?

00:45:38: Aber

00:45:38: Bildung war sehr, sehr wichtig.

00:45:40: Das haben meine Eltern alles gegeben, dass wir beide studiert haben.

00:45:47: Das war total wichtig für sie, dass wir dort nach einem guten Beruf haben und ein gutes Leben.

00:45:54: Es gab in Bio eine Zeit, in der Italienerinnen und Italiener schlecht behandelt wurden.

00:45:58: Das hat lokal gegeben.

00:45:59: Was heisst das?

00:46:00: Italiener dürfen nicht hier rein.

00:46:02: Meine Mutter, die mit einem Italiener verurteilt wurde, sie hat kaum eine Wohnung gefunden.

00:46:07: Vor fünfzig, sechszig Jahren.

00:46:10: Hat ihr das auch erlebt?

00:46:11: Ein gewisser Rassismus?

00:46:12: Ja,

00:46:13: das habe ich erlebt.

00:46:14: Diskriminierung einfach so, als Kind.

00:46:17: Und ich habe vor kurzem überlegt, ja, ich denke so ab der Zeit, in der ich nachher im Gimmer war, habe ich es nachher von aufhören.

00:46:25: Ja, ich habe plötzlich gemerkt, ich gehe aus dem Ausländer, ich bin im Gimmer, also ich bin jemand, also es ist irgendwie so, der hat sich das ein bisschen geleitet, aber als Kind und Jugendliche bis zu zwölf, aber es war auch eine schwierige Zeit.

00:46:41: In den siebenzigern Jahren ist er auch mit der ganzen Schwarzenbach-Initiative.

00:46:46: Und das ist vielleicht auch noch zurückgekommen zu Traur und Migration, also Erfahrungen von Diskriminierung.

00:46:54: Das ist aber auch ein grosser Teil an Traur.

00:46:57: Das muss man auch.

00:47:00: Das ist auch Traurarbeit.

00:47:02: Es lohnt sich auch, das anzuschauen, wenn man darum erledigt.

00:47:06: Noch eine letzte Frage.

00:47:07: Wenn man Traurbegleiterin ist, kann man auch mit der eigenen Traur besser umgehen?

00:47:14: Das ist eine gute Frage.

00:47:16: Man

00:47:16: kann

00:47:17: gewisse Sachen einordnen.

00:47:20: Besser, weil man einfach gewisse Sachen von Theorien weiss.

00:47:26: Aber wenn jemand stirbt, mein Vater, der vor kurzem verstorben ist, habe ich nicht gewusst, wie ich ihn reagieren werde.

00:47:36: Das weiss man nicht.

00:47:39: Das hat mich auch durchgekudelt.

00:47:40: Ich bin nicht nur die Traurbegeleiterin, ich bin auch einfach mehr.

00:47:47: Ich bin Fernanda Vitello, der Mensch ist.

00:47:51: Und wir überkommen auch Emotionen.

00:47:53: Aber ja, gewisse Sachen, wenn ich es mehr reflektiere, kann ich es einordnen, aber die Gefühle sind gleich hier.

00:48:02: Sicily ist auch das letzte Lied, das er mitgenommen hat, von einem Sicilianer von Pipo Pollina, Gaminando.

00:48:09: Warum?

00:48:11: Ja, das ist schon nur ein Wort Gaminando, das heisst Gehen.

00:48:16: Also einfach immer weitergehen und Neues ausprobieren.

00:48:23: Er selbst ist auch von Sicily in die Schweiz gekommen und als Strassemusiker zuerst.

00:48:29: Er hat die Erfahrung gemacht, dass er sich im Go weiterentwickelt und ich auch und wir Menschen auch im Go können uns weiterentwickeln.

00:48:39: Fernanda Vitello, danke für das schöne Gespräch.

00:48:42: Danke auch für die Einladung.

00:50:07: Das

00:52:01: war's.

00:53:15: Klar, Text.

00:53:16: Der Aschur Talk.

00:53:17: Jederzeit zum Nachlosen auf aschur.ch und auf einen gängigen

00:53:21: Podcast.

00:53:22: Wird euch präsentiert vom Kärcher-Store in Lies.

00:53:25: Wir vom DLC-Team beraten, verkaufen und pflegen alle Kärchergeräte.

00:53:30: Mit Kärcher wird diese

00:53:32: Hei wieder.

00:53:33: wow!

00:53:33: Mehr unter dlc-lies.ch.

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